Verein für Jagdteckel e.V.

Vor dem Welpenkauf

Kaum ein anderes Tier dieser Welt ist so auf seine Menschenmeute geprägt, wie ein Hund. Jagdhundehaltung bedeutet deshalb stets eine Einschränkung der persönlichen Lebensumstände für den Jäger und seine Familie. Dieser Beitrag soll vor der Anschaffung eines vierläufigen Jagdgefährten über das informieren, was hierbei zu beachten ist. Welpenkauf ist immer auch Vertrauenssache.

Wenn man sich als Jäger einen Jagdhund zulegen möchte, sollte man sich im Vorfeld fragen, ob man für den zukünftigen Jagdgefährten auch genügend Einsatzmöglichkeiten hat. Für welche Art des Jagens brauche ich den Hund? In welchem Revier habe ich hauptsächlich Jagdgelegenheit und kann ich den Hund dann dort auch beschäftigen? Um es gleich vorweg zu sagen, einen Jagdhund nur für das Sofa oder als Statussymbol zu erwerben, wird dessen Anlagen nicht gerecht! Der Hund wird emotional verkümmern.

Als erstes sollte man sich einige Fragen ganz ehrlich selbst beantworten:
Ein Jagdhund kann, je nach Rasse, 14 bis 18 Jahre alt werden.

Sind Sie wirklich bereit, ein ganzes langes Hundeleben für ihn zu sorgen?
Der Hund wird ein Teil der Familie und teilt mit uns Haus, Hof, Garten und Auto.

Ist die Familie mit der Anschaffung eines Jagdhundes einverstanden?
Der Hund braucht den ständigen Kontakt zu seiner Meute (Menschen, Familie). Eine Nur-Zwingerhaltung steht seinen Lebensbedürfnissen entgegen. Er wird seelisch darben. Mehr als drei bis vier Stunden sollte man ihn nicht alleine lassen. Die zukünftige Urlaubsplanung wird vom neuen Familienmitglied ganz und gar abhängig sein.

Können Sie eine Hundehaltung mit Ihrem beruflichen und privaten Umfeld vereinbaren?
Ein Jagdhund braucht je nach Rasse mehr oder weniger viel Bewegung im Freien. Die Ausbildung zum guten Jagdgefährten wird viel Zeit in Anspruch nehmen.

Hat er einen genügend großen Auslauf bei Ihnen und haben Sie genügend Zeit, bis zu zwei Stunden täglich, um seinem Bewegungsdrang und der Abrichtung gerecht zu werden?
Der Hund braucht Futter, Ausrüstung und Gesundheitsvorsorge, er kostet Hundesteuer und Haftpflichtversicherung, eventuell sind die Beiträge zu einem Zucht- oder Prüfungsverein aufzubringen. Außerdem muss man ihn erst einmal kaufen.

Können Sie den Kaufpreis für einen Jagdhund von 500,00 bis 2.000,00 €, je nach Rasse, und die monatlichen Kosten von etwa 100,00 bis 200,00 € aufbringen?
Wenn Sie nicht im eigenen Haus wohnen, kann es zu Problemen mit Mitbewohnern kommen.

Erlaubt Ihr Vermieter die Hundehaltung?
Jagdhunde bringen fast immer Schmutz mit in die Wohnung. Sie verlieren ständig mehr oder weniger Haare und Bellen gehört zu ihrer Art sich auszudrücken. Sie und Ihre Familie müssen schon einiges an Toleranz aufbringen.

Fühlen Sie sich hierdurch in Ihrem Gefühlsleben gestört?

Sie haben sich nun entschlossen, einen Jagdhund als neues Familienmitglied aufzunehmen. Sie sind sich im Klaren darüber, zu welchen Aufgaben Sie den neuen Gefährten benötigen bezw. einsetzen wollen und haben sich für die passende Rasse entschieden. Lassen Sie sich im Vorfeld von den Zuchtvereinen Informationsmaterial über ihre Rasse schicken. Beschaffen Sie sich entsprechende Fachliteratur.

Nach dieser Informationsphase beginnt die Suche nach dem entsprechenden Züchter. Das geht über die Anzeigen in der Jagdpresse (ganz vorbildlich in Wild und Hund) oder über die zuständigen Zuchtvereine oder über den Jagdgebrauchshundverband (Adresse siehe Kasten). Züchter von Jagdhunden sollten auch immer Jäger sein! Denn nicht allein auf Prüfungen, sondern vorwiegend im jagdlichen Einsatz zeigt sich die Veranlagung und Brauchbarkeit der Zuchthunde. Lassen Sie sich bei der Auswahl Zeit.

Hüten Sie sich vor Hundehändlern und Massenzuchtbetrieben. Ein Züchter, der sich intensiv um seine Hunde und deren Nachwuchs bemüht, kann nur wenige Würfe im Jahr züchten. Jäger züchten zwar gelegentlich verschiedene Jagdhundrassen, haben aber trotzdem insgesamt nur drei bis vier Würfe im Jahr. Das ist aber auch schon die absolute Obergrenze.

Wenn Sie die Zeit haben, dann nehmen Sie schon vor dem Wurf Kontakt mit dem Züchter Ihrer Wahl auf. Wenn Sie das Gefühl haben, das ist der Züchter meines zukünftigen Hundes, wenn sich dieses Gefühl bei den nächsten Besuchen weiter verstärkt, wenn Sie total begeistert sind und kein Misstrauen hegen, dann sollte Ihr vierläufiger Jagdgefährte aus seinem Zwinger kommen.

Siehe auch "Welpenangebot" und "Welpenvermittlung"



Zeichnung "vom Wilden Eber"

Ein Jagdteckelwelpe kommt ins Haus

von Gorch-Peter Nolte

Sie haben einen Welpen aus dem Verein für Jagd-Teckel e.V., das heißt aus rein jagdlicher Zucht, erhalten. Das bedeutet, dass Ihr Hund über viele Generationen gezielt auf jagdliche Anlagen und Eignung herangezüchtet wurde. Sie übernehmen mit der Abrichtung und Führung dieses Hundes nicht nur die Verantwortung für einen zukünftigen Jagdgefährten, sondern auch für ein Element deutscher Jagdkultur. Über viele Generationen jagdlich durchgezüchtet bedeutet, dass Sie einen Vollblutjäger an der Leine führen, der später entsprechend seinen Anlagen auch die passenden Aufgaben im Revier verrichten sollte. Er will Ihr ständiger Jagdbegleiter sein, damit er auch seinen Jagdeifer ausleben kann, bevor er diesen als Frust an der Familie und Wohnung auslässt.

Der Teckel (Dackel, Dachshund) ist eine raubzeug- und wildscharfe Zwergbracke. Über viele tausend Jahre ist dieser kleine Hund für die laute Jagd über und unter der Erde gezüchtet worden. Außerdem hat er eine fantastische Nase, die ihn für die Nachsuche am langen Riemen prädestiniert. Richtig eingearbeitet ist er wasserfreudig und kann auch kleineres Wild apportieren. Kurz gesagt, sie haben einen ausgesprochen vielseitigen Jagdhelfer, der, wenn Sie ihn richtig ausbilden, ein treuer und anhänglicher Begleiter im Revier sein wird. Überdies ist er ein freundlicher Familienhund, der Haus und Hof bewacht und ein Spielgefährte für die Kinder sein kann.

Dieser Text soll Ihnen eine kleine Hilfe dazu sein, es Ihrem Hund in den ersten Wochen in der neuen Umgebung bei Ihnen etwas zu erleichtern.

Wie ernähren Sie Ihren Hund richtig?

Fragen Sie Ihren Züchter, was er den Welpen bisher an Futter gegeben hat. Es wird ihm gut tun, wenn er während der Umstellungsphase noch das Futter erhält, das er in der Geschwistermeute kannte und er sich nicht gleich, neben der Trauer über den Verlust seines Rudels, auch noch auf anderes Futter einstellen muss. Eine eventuelle Umstellung sollte vorsichtig erfolgen, indem erst in kleinen Anteilen und dann immer mehr werdend, mit dem bisherigen Welpenfutter gemischt wird. Nichts kalt aus dem Kühlschrank geben! Stellen Sie Ihrem Hund stets frisches Wasser bereit. Bitte beachten Sie folgendes, solange der Hund im Wachstum ist:

  1. Bitte keine "Diät" oder Schlankheitskur (aber auch nicht übermäßig viel) machen.
  2. Zusätzliche Kalkgaben sind bei spezieller Welpenkost nicht erforderlich. Lt. Tierarzt und Stiftung Warentest (auch Ökotest) ist im Fertigfutter alles ausreichend vorhanden. Lediglich bei selbst zubereiteter Nahrung sollten während der Wachstumsphase Vitamine, Mineralien und Spurenelemente zugefüttert werden.

Bitte füttern Sie nie rohes Schweinefleisch! Das Schwein überträgt die sogenannte Pseudowut (Aujetzkysche Krankheit). Diese verläuft ähnlich wie die bekannte Tollwut, der Hund ist unrettbar verloren. Für uns Menschen ist diese Krankheit völlig ungefährlich.

Wie bekommen Sie den Hund stubenrein?

Halten Sie regelmäßige Fütterungszeiten ein. Sobald der Hund ausgeschlafen hat, gehen Sie mit ihm raus; anfangs möglichst immer in den gleichen Bereich. Nach jeder Mahlzeit wird der Hund ebenfalls ins Freie gebracht, denn nach den Fütterungen wird meistens der Darm entleert. Bei Erfolg loben!

Die Spaziergänge sollten am Anfang ½ Stunde nicht überschreiten. Langsam steigern. Nehmen Sie Ihren Welpen viel mit ins Revier. Ziehen Sie ihm Schleppen und Futterschleppen. Er muss seine Nase gebrauchen lernen. Lassen Sie ihn schon früh an Ihren Jagderlebnissen teilhaben. So bekommt er Jagdverstand und macht Ihnen noch mehr Freude.

Aber bitte denken Sie daran: Der junge Hund braucht auch regelmäßig Ruhestunden, genau wie ein Kleinkind!

Was sollten Sie in Bezug auf die Gesundheitsvorsorge beachten?

Wurmkur:
Etwa alle drei Monate sollte eine Wurmkur durchgeführt werden, auch wenn der Hund erwachsen ist. Zu den entsprechenden Präparaten fragen Sie Ihren Tierarzt. Zu Ihrem eigenen Schutz sollten Sie Ihren Hund auch regelmäßig gegen Bandwürmer behandeln lassen. Besonders nach der Jagdsaison. Außerdem sollten Sie den Hund regelmäßig gegen Parasiten im Fell behandeln.

Impfen:
Der Hund hat schon bei seinem Züchter die erste Grundimmunisierung bekommen. Er muss in der 11. bis 12. Woche eine Wiederholungsimpfung erhalten und zusätzlich auch noch gegen Tollwut geschützt werden. Dann jährlich wiederholen. Fragen Sie Ihren Tierarzt nach Impfungen gegen Borreliose.

Der Ernst des Lebens beginnt

Aus dem Welpen, mit dem alle immer spielen wollen, soll aber auch bald ein brauchbarer Jagdhelfer werden. Mit Menschen spielen ist schön, aber beachten Sie bitte, dass der Hund dadurch nicht verweichlicht wird. Auch ist der Hund kein Spielzeug. Im späteren Einsatz soll er die Unannehmlichkeiten der Natur bewältigen. Er soll Regen, Schnee und Kälte ertragen, soll im nassen Dickicht und im Dornenverhau stöbern und die unangenehme Dunkelheit im tiefen Bau hinnehmen können, wenn wir wirklich jagdlichen Erfolg mit ihm haben wollen.

Welpenspiele

Wichtig ist es, dass der Welpe den Kontakt zu seinen Artgenossen, auch verschiedener Rassen, nicht verliert. Suchen Sie auf der Internetseite des Vereins für Jagd-Teckel (VJT) (www.jagdteckel.de) die Ansprechpartner des Bundeslandes, in dem Sie wohnen. Dort kann man Ihnen sicherlich regionale Arbeitsgruppen nennen, bei denen man Welpenspiele veranstaltet. Oder ergreifen Sie selbst die Initiative. Welpenführer(innen) gibt es in jeder Landesarbeitsgruppe oder beim Landesjagdverband oder den entsprechenden Kreisjägerschaften. Hier darf Ihnen der Weg auch nicht zu weit und zu lästig sein. Für die Entwicklung Ihres Hundes lohnt sich wirklich auch der weiteste Weg. Für das Sozialverhalten der Hundewelpen ist es äußerst wichtig, dass sie regelmäßig mit Artgenossen spielen können.

Anfangs wird wirklich nur ausgiebig gespielt. Welpenspiele erziehen auch immer zum Ertragen von Härte. Man sollte aber beachten, dass der Altersunterschied zwischen den Welpen nicht zu groß ist. Ein Abstand von 4 bis 6 Monaten ist jedoch akzeptabel.

Ausbildung

Aus den Welpenspielen entwickeln sich häufig dann Ausbildungsgemeinschaften. Die Arbeits- und Landesarbeitsgruppen im VJT bieten meist auch Hundeführerlehrgänge an. Manchmal muss man auch hierzu erst etwas anschieben. Dem Tüchtigen gehört die Welt.

Über eine Tatsache sollten Sie sich im Klaren sein: Der Jagdhund, auch der Teckel, steht genetisch dem Wolf noch sehr nahe. Bedenken Sie bei der Abrichtung, dass der Teckel ganz genau so wie ein großer Jagdhund ausgebildet und geführt werden muss, das heißt mit ebensolcher Konsequenz und Gewissenhaftigkeit. Auch ein nachlässig abgerichteter Teckel tanzt seinem (seiner) Besitzer(in) bis zur Willkür auf der Nase herum und kann zur Gefahr für die Familie und das Umfeld werden. Das muss aber nicht bedeuten, dass der Teckel keine Zuwendung und Liebe erfährt; nur er muss wissen, dass er in der Rangfolge (des neuen Rudels = Familie) ganz unten, das heißt auch nach dem/der Partner/in und den Kindern, steht.

Mit dem Ablegen von Prüfungen bereiten Sie sich selbst und dem Züchter Ihres Hundes einen großen Freundschaftsdienst. Sieht ein Züchter doch aus den Leistungen der von ihm gezüchteten Hunde den Erfolg seiner Bemühungen. Zusätzlich steigert sich der Wert Ihres Hundes mit jeder abgelegten Prüfung. Das bedeutet, dass im Schadensfall für Ihren Hund die Ihnen zustehende Entschädigung wesentlich höher ausfällt.

Zu einer guten Jagdhundeausbildung gehören vor allem die sogenannten Abrichtefächer. Der Hund sollte leinenführig sein und möglichst frei bei Fuß gehen können - genauso sollte er das Ablegen und die Standruhe bei der Jagd, frei oder angeleint, ohne Probleme meistern. Selbstverständlich gehört die Schussfestigkeit zur unerlässlichen Jagdhundeeigenschaft. Wichtig ist, dass der Hund sich im Jagdeinsatz durch Handzeichen seines(r) Führers(in) leiten lässt (allgemeiner Gehorsam). Ein gehorsamer Hund ist bei der Jagd immer gern gesehen.

Infornationen zu den jagdlichen Prüfungen im VJT können Sie der Prüfungsordnung entnehmen.

Der Teckel vom Jäger für den Jäger!

Was kann der Teckel jagdlich leisten?

Trotz seiner Zugehörigkeit zu den Erdhunden beschränkt sich die Einsatzfähigkeit des Teckels bei Weitem nicht allein auf die Baujagd auf Fuchs oder Dachs. Als spurlauter und spurwilliger Jäger ist er ein ausgezeichneter Stöberhund für die laute Jagd. Hierbei unterstützt ihn seine hervorragende Nase, die auch Grundlage seiner besonderen Eignung für die Arbeit auf der Wundfährte ist.

Gut und konsequent abgeführt ist der Teckel ein angenehmer und aufmerksamer Begleiter bei Pirsch und Ansitz. Seine Jagdpassion lässt ihn auch geflügelte Enten aus tiefem Wasser und das geschossene Kanin aus dichtem Dornendickicht bringen.

Welche Prüfungen kann der Teckel im VJT e.V. ablegen?

Auf der Anlagenprüfung soll der Teckel nach der Prüfung der Schussfestigkeit auf der Hasenspur seinen Laut und seinen Nasengebrauch nachweisen sowie in der Schliefenanlage seine Passion am Raubwild zeigen.

Auf der Eignungsprüfung soll er auf einer 600m- Übernachtfährte zum Stück finden und in den Abrichtefächern seine jagdliche Brauchbarkeit beweisen. Fakultativ können die Fächer Haarwildschleppe, Federwildschleppe, das Herausholen der Ente aus tiefem Gewässer und das Apportieren geprüft werden.

Bei der Gebrauchsprüfung - der Meisterprüfung - zeigt sich in den Fächern Schweiß (1000m), Stöbern, Bau und Gehorsam, was einen jagdlich brauchbaren Teckel ausmacht. Dabei zeichnet den VJT e.V. aus, dass die Schweißfährten auf allen Prüfungen praxisgerecht mit dem Fährtenschuh getreten werden.

Als weitere Prüfungen kann der Teckelführer mit seinem Hund Schweißprüfungen (20- und 40-Std.), die Verbandsschweißprüfung, die Waldprüfung (Brauchbarkeit zu Bewegungsjagden), die Arbeit im Schwarzwildgatter und verschiedene Naturprüfungen (Bau, Schweiß und Schwarzwild) ablegen.

Für all diese Prüfungen muss der Hund gut vorbereitet werden. Hierbei sind Ihnen Ihr Züchter und die einzelnen Arbeitsgruppen im VJT gern behilflich. Am besten geschieht das, indem man sich einer Arbeitsgruppe des VJT anschließt und sich im Vorfeld mit der Prüfungs- und Zuchtordnung vertraut macht.

Wenigstens einmal sollte man seinen Hund auch auf einer Zuchtschau im Verein für Jagd-Teckel e.V. vorstellen. Die auf Zuchtschauen durchgeführten Formbewertungen dienen, wie auch die Prüfungen, der Kontrolle der Nachkommenschaft von durchgeführten Verpaarungen.

Wir würden uns freuen, Sie als passionierte/r Jagdteckelführer/ in im Verein für Jagd-Teckel begrüßen zu können und Sie so die Arbeit eines zukunftsorientierten und doch traditionellen Jagdhundevereins unterstützen!